# 09. Oktober 2013

Lingner Consulting startet Zukunftsprojekt LINGNER.LAB

Zukunftsprojekt LINGNER.LAB

Kreativität braucht Raum – Nicht nur einfach um ausgelebt zu werden, sondern auch um überhaupt erst entstehen zu können. Aber warum einen Ort, an dem viele gute Gedanken und Ideen entstehen, verlassen, nur weil der nötige Raum fehlt? Mit dem Umzug nach Heilbronn in die Villa Mertz Ende 2011 war Lingner Consulting New Media bereit zu wachsen. Aus den Mitarbeitern in Jagsthausen wurden schnell über 20. Obwohl nach und nach aus jedem Winkel der Villa ein Arbeitsplatz entstand, soll auch weiterhin die Möglichkeit bestehen, flexibel zu arbeiten und sich zurückziehen zu können. Alternativen wurden überlegt, Optionen abgewägt und schließlich stand fest: Durch mobile und flexible Container, die sich harmonisch in die Natur integrieren, kann der große Park um die Villa optimal genutzt werden.
Die Idee des LINGNER.LAB war geboren!

Im Interview erklären Geschäftsführer Stefan Lingner (SL) und Impulsgeber des Projekts, Tobias Hurrle (TH), wie das LINGNER.LAB zum Einsatz kommen soll und welchen Mehrwert es für Lingner Consulting New Media auf Dauer bietet.

LINGNER.LAB - Hier soll es stehen.
LINGNER.LAB – Hier soll es stehen.

Wie kommt Lingner Consulting darauf, einen Container in den Park zu stellen?

TH: Als Agentur für Zukunftskommunikation stehen für uns die Trends der Zukunft natürlich im Fokus. Im regelmäßigen Austausch mit Zukunftsforschern erkennen wir Megatrends in den Bereichen Mobilität sowie Flexibilisierung der Arbeitswelten. Davon abgeleitet hat sich Lingner Consulting Gedanken gemacht: Wie sieht unsere Arbeits- und Bürowelt in der Zukunft aus? Und auch privat stellt sich uns die Frage: Ist es noch zeitgemäß, sich ein Haus aus Stahl und Beton auf einen teuren Bauplatz zu stellen oder macht es mehr Sinn, klein anzufangen und Module variabel dazu zu bauen, wenn der Bedarf an mehr Platz entsteht. Daraus entstanden die ersten Überlegungen zum Thema modulares Bauen und die Beschäftigung mit Containerhäusern.

SL: Diese können dank passenden Maßen günstig und einfach mit einem Standard-LKW an den jeweiligen Einsatzort transportiert werden. Bei ersten Erkundigungen nach passenden Anbietern stießen wir schließlich auf den Produktdesigner Peter Keilbach ganz aus unserer Nähe, der ähnlich denkt wie wir und sein Konzept „Fliegende Häuser“ nennt. Bei einem gemeinsamen Treffen stellte sich schnell heraus: Der Diplom-Designer leitet seine Kubuse eher vom Baumhaus ab, wir denken in einer anderen Dimension.

Glasfronten sorgen für die nötige Helligkeit.
Glasfronten sorgen für die nötige Helligkeit.

In welchem Zusammenhang steht das mit der These „Flexibilisierung der Arbeitswelten“?

SL: Zusammen haben wir überlegt, wie sein Konzept auf etwas Großvolumigeres übertragen werden kann und uns in diesem Zusammenhang die Frage gestellt: Wie kann das Konzept auf die Arbeitsform der Zukunft übertragen werden? Hierbei steht vor allem mobiles Arbeiten – nicht nur in Form von Technik und Connectivity, sondern auch in mobilen und flexiblen Räumlichkeiten – im Fokus.

TH: Ein gutes Beispiel bietet Microsoft. Der Softwarehersteller forscht an der Zukunft der Arbeit und bietet bereits unterschiedliche, freie Arbeitsplätze in sicher immer wieder neu generierenden Räumen. (anm. d. red.: Nähere Infos sind hier erhältlich) Ganz so frei ist Lingner Consulting mit dem Standort in der Villa Mertz direkt am Neckar nicht. Trotzdem wollen wir aber mit diesen Formen der Zusammenarbeit experimentieren und haben deshalb neue Freiräume gesucht.

 

Welchen Zweck soll das Projekt „LINGNER.LAB“ auf Dauer für Lingner Consulting erfüllen und worin besteht dabei der Mehrwert?

SL: Das LINGNER.LAB soll in unterschiedlichster Form genutzt werden können.
Als Arbeitsplatz, aber auch als ein Platz zum Experimentieren, zum Austausch mit Kunden und als Inspirationsquelle in der freien Natur. Durch eine flexible Einrichtung werden die verschiedenen Arbeitssituationen modular unterstützt und multifunktionale Einzel- und Gruppenarbeitsplätze können entstehen.

 

Und wie kann man sich also den flexiblen Einsatz des LINGNER.LABs konkret vorstellen?

TH: Die Hauptfunktion besteht natürlich in der Arbeitsplatzerweiterung. Lingner Consulting ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und wir möchten unseren Mitarbeitern/-innen die Möglichkeit geben, sich zurückziehen zu können, um konzentriert zu arbeiten. Das LINGNER.LAB soll als kleine abgeschiedene Enklave im Park der perfekte Ort sein, um aus der Hektik des Agenturalltags herauszukommen und strategisch, in kleinen Teams kreativ zusammenzuarbeiten. Ein großer Vorteil des LINGNER.LABs ist seine Mobilität. Es kann problemlos an jeden Ort in Deutschland transportiert werden und soll zukünftig auch auf Reisen gehen können. Hier schweben uns einige interessante Szenarien vor. Eine Kooperation mit einer Hochschule – Das LINGNER.LAB direkt auf dem Campus als Platz für Projektarbeiten zum Thema Kommunikationskonzept von Morgen zum Beispiel. Dadurch können wir ein tolles Arbeitsumfeld für Studenten mit unserer Außenwirkung und der Suche nach neuen Talenten perfekt verknüpfen.Oder vielleicht lässt sich mit dem LINGNER.LAB auch ein weiterer Wunschtraum realisieren: Wir begleiten unsere Kunden mit dem LINGNER.LAB als Kommunikationsaußenstelle über einen längeren Zeitraum direkt vor Ort oder auf einer Messe. So ließen sich zum Beispiel größere Projekte unserer Kunden vor Ort mit einem Redaktionsteam und Bewegtbildspezialisten begleiten.

SL: Aber auch bei uns in Heilbronn wollen wir den Container effizient nutzen und zum Beispiel Studenten die Möglichkeit bieten, bei uns am Standort unter kreativem Agentureinfluss an ihren Projekten zu arbeiten oder unseren Partnern die Möglichkeit geben, teilweise direkt bei uns zu arbeiten.Hierbei denken wir auch verstärkt an das Co-Working-Konzept. Wir wollen Einflüssen von außen zulassen. Dies entspricht auch unserer Netzwerkphilosophie: Wir sind vernetzt, arbeiten und denken vernetzt und wollen Vernetzung fördern. Diese und viele weitere Zukunftsszenarien möchten wir ausprobieren. Aus diesen Gründen haben wir diesen Schritt gewagt und uns für das LINGNER.LAB entschieden. Wir lassen uns überraschen, was wir alles damit realisieren können und wie es sich etablieren wird.

 

LINGNER.LAB – Dank der Alliteration bleibt der Name gut im Kopf. Doch was genau steckt hinter dem Namen?

TH: Der Name LINGNER.LAB liegt schon fast auf der Hand: Wir wollen in alle Richtungen experimentieren, wie in einem Labor! Außerdem wollen wir ausprobieren, wie es sich anfühlt, ein modulares Haus zu bauen und es ist spannend für uns zu sehen, wie ein mögliches Innenraumkonzept aussehen kann. Außerdem soll das LINGNER.LAB auch mehr Spielraum für das individuelle Finden von Ideen bieten. Durch die flexiblere Bürosituation kann selbst herausgefunden werden, wo und wie man gerne arbeitet.

SL: Des Weiteren wollen wir experimentieren, wozu man ein solches mobiles Büro nutzen kann – und was noch viel spannender ist – was darin entstehen kann, wenn in kleineren Gruppen zusammen gearbeitet wird. Wir wollen es kultivieren, dass man sich bewusst aus dem Tagesgeschäft zurückzieht um Konzepte reifen zu lassen und dabei Arbeit und Natur verbinden kann. Dies ist für mich persönlich die Motivation, diese Erfahrung zu sammeln.

 

Die Baugenehmigung für das LINGNER.LAB ist bereits da.
Welche Vorbereitungen und Überlegungen wurden im Vorfeld getroffen?

SL: Während unserer Vorbereitungen haben wir Überlegungen aus der Softwareentwicklung in die architektonische Entwicklung mit einbezogen. Es steht primär der agile Ansatz im Fokus.

TH: Der Trend in der Softwareentwicklung geht vermehrt dahin, dass ein großes und komplexes Projekt nicht mehr von Anfang bis Ende durchgeplant ist. Heute wird kein großes Lasten- und Pflichtenheft mehr geführt, auf dessen Basis das Projekt genauso umgesetzt wird. Ein Projekt wird nicht mehr ein halbes Jahr akribisch geplant, anschließend zwei Jahre lang umgesetzt und wenn es dann endlich fertig ist, ist es schon wieder veraltet. Viel mehr setzt man nun auf ein agileres Vorgehen. Es wird ein großes gemeinsames Ziel festgelegt, auf das variabel hingearbeitet wird. Genauso wollen wir mit dem LINGNER.LAB vorgehen. Wir legen die groben Maße sowie die allerwichtigsten Rahmenparameter fest und zerlegen dann den gesamten Prozess in mehrere Teilprozesse. Bewusst gestalten wir zunächst nur die Hülle, so wie man sich bei einer Software erst einmal nur für ein passendes CMS, die Programmiersprache und die Teamgröße entscheidet. Anschließend können wir uns mit dem Raumgefühl beschäftigen. Welche Proportionen sind passend, welche Arbeitsszenarien sind denkbar und wie kann ich diese umsetzen. Wir lassen uns vom Raumeindruck inspirieren und vervollständigen dann Schritt für Schritt den Innenraum, denn Einflüsse wie Raumakustik und Spiegelungen durch die Fenster lassen sich nur schwer voraussehen.



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