# 26. Februar 2014

Menschen bei Krones – Wie sich der Maschinenbauer via YouTube und Co. als attraktiver Arbeitgeber positioniert

Menschen bei Krones

Employer Branding für Konzerne ist wahrlich eine Mammutaufgabe. Wie schafft man für ca. 12.000 Mitarbeiter eine „unterscheidbare, authentische, glaubwürdige, konsistente und attraktive Arbeitgebermarke“ [1]? Ist da etwas, dass den Schweißer Heiko aus Neutraubling mit dem Servicetechniker Marcelo in Brasilien oder mit der Einkäuferin Maggi aus China verbindet? Ist da mehr als das Krones Signet auf der Lohnabrechnung? Wenn man sich mit dieser Forschungsfrage dem Krones YouTube Kanal nähert, muss man die ersten Indizien nicht lange suchen. Gleich beim ersten Aufruf werden alle Besucher von einem Mitarbeitervideo begrüßt. Im Clip sieht man lachende Krones Mitarbeiter, die zu beschwingter Musik für die Kamera posieren. Klingt kitschig, ist es aber nicht. Die Mitarbeiter wirken einfach echt, das Lächeln nicht aufgesetzt sondern natürlich und die sicher anstrengende Arbeit auf der Weltleitmesse ist den Menschen nicht ins Gesicht geschrieben.

Was der interessierte Besucher hier lernen kann: Krones versteckt seine Mitarbeiter nicht, sondern stellt sie selbstbewusst in die erste Reihe. Das hat sicher auch etwas mit Wertschätzung zu tun, die sich auch im Titel des Videos „Its our people who make the diffrence“ ausdrückt. Des Weiteren dürfen Menschen bei Krones Menschen sein. Kein Corporate-Attitude-Komitee hat Mitarbeiter nach Hautfarbe, Sitz der Krawatte und einwandfreiem Hochdeutsch gecastet.

 

Gesucht: Tüftler mit Reisepass

Apropos Hochdeutsch. An dieser Stelle muss unbedingt von Birgit Hahn berichtet werden. Die Krones AG kokettiert nämlich gern mit der oberpfälzischen Herkunft des Unternehmens. Frau Hahn ist sozusagen inoffizielle Botschafterin des Krones Service. Und als solche hörbar in Bayern daheim, aber selten zu Hause. Für die Jobs im Service sucht Krones „Tüftler mit Reisepass“. Meist junge, gut ausgebildete Menschen, die bereit sind, viele Tage im Jahr in fernen Ländern auf Montage zu sein – kein Job für jedermann, aber eben für „Kronesen“ vom Schlage einer Birgit Hahn. In schönstem Oberpfälzisch kann man erfahren, wie man sich fühlt wenn einem in Russland der Pass weggenommen wird (kein Trauma, sondern eher eine Anekdote für Birgit Hahn), wie man dem Jetlag wirksam vorbeugt (kennt Birgit Hahn nicht), wie man souverän als Ladyboss in Taiwan agiert (einfach Birgit Hahn sein) und vieles mehr.

Die Videos sind überaus unterhaltsam, die Fangemeinde vergleicht sie mit Erwin Pelzig und unter einem ihrer Videos steht ein aufschlussreicher Kommentar des YouTube-Nutzers „martindustrial“: „Mir gefällt die Art und Weise wie KRONES sich in den diversen Netzwerken präsentiert. Einfach authentisch und nicht aufgesetzt. Freue mich über jedes Video. Egal ob es Technikthemen oder Unternehmensthemen sind. Mir hat es sehr gut in Neutraubling und auch in Franklin gefallen! Grüße aus Norddeutschland“ Da ist es wieder „authentisch und nicht aufgesetzt“ – solch eine Wortmeldung muss den Verantwortlichen bei Krones die Freudentränen in die Augen treiben. Ganz so emotional wird Charles Schmidt nicht, wenn man ihn auf die Bewegtbildstrategie seines Hauses anspricht. Charles Schmidt ist Corporate Social Media Officer und Head of Creations bei der Krones AG. Bereits 2004 übernahm Charles Schmidt die Gruppe „Creations“ innerhalb der Konzernkommunikation. Seine Meriten als Krones-Geschichtenerzähler verdiente sich der gelernte Elektrotechniker ab 1989 durch die Produktion von über 700 Image-, Produkt- und Schulungsfilmen. Ab 2008 stellte Schmidt mit seinem Team das Bewegtbildportal krones.tv auf die Beine. Ende 2009 begann man sich in Neutraubling intensiv mit dem Thema Social Media zu beschäftigen. Bereits Anfang 2010 starteten die ersten Social Media Kanäle der Krones AG. Die Kanäle waren echtes Neuland für den Bereich B2B Social Media – bis dato hatte sich kaum ein deutsches B2B Unternehmen auf Facebook, Twitter, YouTube und Co. verirrt. Und Charles Schmidt war einer der Ersten, die sich „Social Media Officer“ nennen durften. „Was heute so spielerisch daherkommt, haben wir uns hart erarbeitet, wir betreiben Bewegtbildkommunikation mit einem eigenem internen Team seit Mitte der 80er Jahre, damals haben wir in erster Linie vetriebsunterstützende Filme, auf VHS Bändern bereitgestellt.“ Schmidt gibt auch ohne Umschweife zu, dass das Krones Bewegtbildengagement im Haus nicht immer unumstritten war. „Heute fällt es uns natürlich leichter wie früher, den Erfolg unseres Engagements sichtbar zu machen. Auf Plattformen wie YouTube und Facebook erhalten wir belastbare Kennzahlen zu jedem Video und haben z.B. mittlerweile über 1,2 Millionen Abrufe unserer Videos gezählt.“

 

Eine gute Mischung zwischen Authentizität und professioneller Produktion

Nun gibt es im Krones YouTube Kanal neben hunderten Produktvideos auch 85 Videos mit Karriereinhalten quer über alle Berufsgruppen. Viel Resonanz erhält die Krones AG auch bei Videos aus dem Bereich Ausbildung. Ähnlich wie bei Birgit Hahn gibt es auch hier Protagonisten deren Geschichte über mehrere Videos hinweg erzählt wird. Schmidt bezeichnet diese Micro-Serien gern als „Webisodes“. Mit dabei ist z.B. Maxine Abeska, die gemeinsam mit über 100 jungen Menschen am 1. September 2010 ihre Ausbildung bei der Krones AG begann. Die angehende Industriekauffrau berichtet unter anderem aus selbst gefilmter Perspektive über ihren ersten Tag. In der Serie wurden über die Jahre hinweg weitere Stationen der Ausbildung der 19-jährigen dokumentiert.

Für Charles Schmidt sind diese Webisodes „eine gute Mischung zwischen Authentizität und professioneller Produktion, die laut YouTube Insights auch genau die Zielgruppe der Auszubildenden trifft.“ Neben den unterhaltsamen Mehrteilern gibt es jedoch auch Berufsportraits mit Service-Charakter. In der Serie „Ausbildungsberufe bei der Krones AG“ werden Berufsbilder und mögliche Einsatzorte konkret vorgestellt – Für angehende Auszubildende ist das wie ein kleiner Schlüssellochblick ins Unternehmen, sie können so erspüren: „Wie könnte sich das anfühlen ein Mechatroniker bei Krones zu sein?“

 

Dialogstark

Was bleibt also im Kopf nach einem Streifzug durch die bewegte Employer Branding Welt von Krones? Viele, viele „Kronesen“ mit all ihren Facetten. Menschen mit Dialekt, Herkunft und Haltung. Kollegen Jung und Alt von Neutraubling bis Taicang. Die schiere Anzahl der Markenbotschafter, die Routine mit der auch in Produktvideos Mitarbeiter auftreten – hier wird die „Dialogstärke“ von Krones erfahrbar. Für Schmidt kann ein Unternehmen in Social Media nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn Führungskräfte und Mitarbeiter das Engagement auf breiter Front mittragen. Daher gilt es die Kollegen mitzunehmen, einzubinden, neue Talente zu entdecken und zu „Markenbotschaftern“ zu machen. Dabei bleiben die Kronesen Menschen wie Du und Ich und damit eigentlich nichts Außergewöhnliches. Vielleicht ist diese Selbstverständlichkeit der Grund warum die Krones Arbeitgebermarke sich fast wohltuend vom Wettbewerb abhebt. Die ein oder andere Arbeitgebermarke nimmt den „War for Talents“ allzu wörtlich. Da werden Marketingfachleute in Stellung gebracht, die Employees zum „Testimonial der Employer Value Proposition“ machen, und die „Corporate Attitude“ wird so „political correct“ in Szene gesetzt, dass kein bisschen Originalität mehr übrig ist. Das alles wirkt bei Krones unverkrampft und selbstverständlich. Bestimmt nicht ohne den großen Plan im Hinterkopf, aber vielleicht manchmal ohne Drehbuch und Casting. Vielleicht braucht man dazu 20 Jahre Erfahrung und einen Vorstand der „Dialogstärke“ in die Kernwerte des Unternehmens schreibt. Vielleicht ist es aber auch einfach ein unaufgeregtes: „Mir san Krones“

 

Krones Worldwide

Der Frage, was die Menschen bei Krones weltweit ausmacht, können Besucher des Krones Blog selbst nachgehen. Bei einem Streifzug über die Weltkarte der Krones AG kann man Mitarbeiter aus aller Welt, deren Arbeitsumfeld bei Krones, aber auch persönliche und private Vorlieben kennenlernen.

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Krones Worldwide

Über die Krones AG
Der Krones Konzern mit Hauptsitz in Neutraubling, Deutschland, plant, entwickelt und fertigt Maschinen und komplette Anlagen für die Bereiche Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik. Intralogistik, Informationstechnologie und Fabrikplanung sowie die eigene Ventilproduktion ergänzen das Produktportfolio des Unternehmens. Täglich werden Millionen von Flaschen, Dosen und Formbehältern mit Krones Anlagen „verarbeitet“; vor allem in Brauereien, der Soft-Drink-Branche sowie bei Wein-, Sekt- und Spirituosenherstellern, aber auch in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der chemischen, pharmazeutischen und kosmetischen Industrie. Krones hat sich seit seiner Gründung 1951 über den klassischen Maschinen- und Anlagenbau weit hinaus entwickelt. Das Unternehmen ist zum „Rund-um-Partner“ für seine Kunden geworden. Maschinenbau, Anlagen-Know-how, Verfahrenstechnik, Mikrobiologie und Informationstechnik wurden dabei harmonisch miteinander verbunden und optimiert. Heute ist Krones das Synonym für „Systemtechnik“. Der Erfolg von Krones beruht auf einigen wenigen, jedoch wesentlichen Strategien: Spezialwissen im Maschinenbau und in den Abnehmerbranchen, technischer Vorsprung durch ständige hohe Aufwendungen in Forschung und Entwicklung, Fertigung mit modernsten Anlagen und nach hohen Qualitätsnormen sowie weltweiter Service rund um die Uhr und darüber hinaus auf der hohen fachlichen Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter. Mehr als 2.750 eingetragene Patente und Gebrauchsmuster belegen das Innovationspotential des Unternehmens. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 11.963 Mitarbeiter. Rund 90 Prozent der produzierten Maschinen gehen ins Ausland. Der Konzernumsatz 2012 betrug 2,664 Mrd. Euro. Zum Konzern gehören neben der Krones AG (M-DAX) die Tochter Kosme (Maschinen für den niedrigen Leistungsbereich) sowie rund 80 Vertriebs- und Serviceniederlassungen.



Tobias Hurrle
Geschäftsleitung Kreation
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