# 06. August 2019

LINGNER auf dem TYPO3 Camp

Das neunte TYPO3Camp Stuttgart fand dieses Jahr erstmals vom 30. Mai bis zum 01. Juni an der technischen Akademie in Esslingen (TAE) statt. Wie jedes Jahr waren die Karten sehr schnell ausverkauft! Unter den glücklichen Teilnehmern fanden sich viele Interessierte aus unterschiedlichen Bereichen zusammen und alle waren scharf darauf Wissen zu teilen, vermittelt zu bekommen und sich mit den anderen TYPO3-Fans auszutauschen.

Auch Kollegen aus dem Lingner Web und Technik Team waren wieder mit dabei, um für unsere Projekte im Austausch mit anderen Entwicklern und Agenturen rund um TYPO3 zu profitieren und neue Impulse zu erhalten.

Was genau ist ein TYPO3 Barcamp?

Wie gewohnt war der Umfang und Informationsgehalt der Veranstaltung am neuen Standort des TYPO3Camp in Esslingen sehr stark. Die Vielfalt der Sessions reichte von Management-Themen über Diskussionen zur „richtigen“ Infrastruktur innerhalb eines Unternehmens, bis hin zu den Schwerpunkten des Camps: TYPO3 und seine Extensions in den unterschiedlichsten Einsatzzwecken, neue Trends im Frontend, Best Practices der Entwicklung mit TYPO3, steigende Relevanz von Websicherheit, etc. Alle Sessions wurden in einer großen Runde zu Beginn der Veranstaltung geplant und an zwei Metaplanwänden festgehalten:

Alle Sessions im Archiv: https://archiv.t3cs.de/2019

 

Da die Sessions in verschiedenen Räumen stattfanden, konnten wir uns auf die interessanten Themen aufteilen. Es war für jeden Kollegen und jeden Schwerpunkt was dabei. Ein Auszug besuchter Sessions macht die Vielfalt und die verschiedenen Arbeitsbereiche der Teilnehmer deutlich:

Middleware

Das CMS TYPO3 gilt als sehr „anbindungsfreundlich“. In der Session zu Middlewares in TYPO3 sind die Potentiale und Einsatzmöglichkeiten beleuchtet worden: Funktionen können nun noch besser in die Prozesse von TYPO3 eingearbeitet werden. Zusätzlich unterstützt TYPO3 den PSR-15 Standard, wodurch sich jede beliebige Middleware in TYPO3 integrieren lässt, die diesem Standard folgt.

Warum immer Extbase?

Gängige Extension von TYPO3 entstehen heute auf Basis von Extbase, einem Framework zur Entwicklung von TYPO3 Extensions. Dabei gelten bestimmte Richtlinien zum Schreiben von Code und welche Dateien benötigt werden. In dieser Session wurde die Ausnahme zur Regel vorgestellt: Thomas zeigte, wie mit wenigen Zeilen TypoScript die Implementierung einer News-Extension, schlanker und somit effizienter erfolgen könnte, ohne unnötig Code zu erzeugen.

Anforderungsmanagement

Wie der Titel bereits sagt, geht es hier eher um Organisation und Prozesse (oder eben gerade Nicht-Prozesse): Pflichten- und Lastenheft waren gestern! Hier wurde der bereits sehr beliebte Ansatz der agilen Entwicklung und Projektleitung diskutiert: Auf Basis eines Budgets wird ein agiles Team aus Konzeptern, Entwicklern, Screendesignern und wenn nötig weiteren Ressourcen zusammengestellt. Dieses Team arbeitet eine bestimmte Zeit (Sprint) im Rahmen einer vorgegebenen Priorisierung und erarbeitet dabei Stück für Stück Release-fähige Ergebnisse. Dieser Ansatz hilft, um starre Prozesse freier zu gestalten, das Planungsrisiko des Projekt-Ergebnisses transparent zu machen, zwischen den Parteien aufzuteilen und damit gemeinsam die gesteckten Ziele zu erreichen.

E-Commerce mit dem Aimeos Framework

Die wichtigste Komponente: Elastic Search. Eine Software die gigantische Datenmengen performant verarbeiten kann. Wichtig ist hierbei vor allem der richtige Umgang mit Elastic Search. Wir haben gelernt, wie wichtig dabei die richtige Basis, also die initiale Konfiguration ist. Denn ansonsten drohen aus der geteilten Erfahrung im schlimmsten Fall neben Versionskonflikten und unzureichender Aktualisierung von Datensätzen auch noch enorme Performance Einbußen. Das wiederum geht entgegen dem, was das Aimeos Framework verspricht: Einen Ultra performanten Onlineshop, auch in Verbindung mit TYPO3. Wie man dieses Framework einsetzen kann und dass auch 100.000 Produkte dabei kein Grund für einen „langsamen“ Shop bedeuten war Thema dieser Session.

Organisations-Design

Im Grunde wurde über die Frage gesprochen, wie man ein Unternehmen aufbaut und Arbeitsabläufe möglichst effizient gestaltet. Dabei ging es vor allem um die Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen innerhalb eines Unternehmens. Wie kann man uns Menschen maximal sinnvoll einsetzen und werden wir irgendwann nur noch Prozesse optimieren und erweitern? Ein wichtiger Treiber ist die Förderung der Leidenschaft für ein Thema. Wer das Ziel seiner Arbeit kennt und versteht, der entwickelt auch eine damit einhergehende Verantwortung und kann zielführend seinen Beitrag leisten. Oftmals sind das dann nur kleine oder punktuelle, aber dabei sehr effektive Handlungen.

Als eine Methode zur qualitativen Entscheidungsfindung wurde in der Folgesession von Organisations-Design die Open Space Methode (https://organisationsberatung.net/open-space-methode-open-space-konferenz/) vorgestellt, wie sie auch Lingner schon in Kundenprojekten eingesetzt hat.

Solr Basics

Es ist immer wieder gut, auch in bekannte Themen aufs Neue einzutauchen, denn es gibt doch immer wieder was Neues zu entdecken: In dieser Session wurden alle grundlegenden Funktionen von Apache Solr besprochen, wie wir sie bei den meisten TYPO3 Kunden-Projekten einsetzen. Beispielsweise wurde das Facettieren, also Kategorisieren von Suchergebnissen erklärt. Auch wie Synonyme benutzt werden, um Zugehörigkeiten von Begriffen abzubilden oder wie bestimmte Benutzergruppen verschiedene Suchergebnisse erhalten können – wichtig in Zeiten der zunehmenden Personalisierung z.B. der Intranets. Solr stellt weiterhin eine sehr gute Alternative zur nativen Suche von TYPO3 dar und zeigt vor allem bei großen Installationen mit vielen Seiten seine Vorteile in Sachen Performance gegenüber der nativen TYPO3 indexed search.

SEO Site Clinic

Alle Facetten rund um das Buzzword SEO sind nach wie vor wichtig, das gilt auch bei unseren Kunden. In der Session zum sogenannten Site Clinic (https://de.ryte.com/wiki/Site_Clinic) wurden Fakten und Erfahrungen behandelt, die Beteiligte mit der Fehlersuche und Optimierung von Websites gesammelt haben, hier ein paar Erkenntnisse:

  • Google interpretiert Seiten mit wenig Worten (bspw. 20) als unwichtig
  • Seiten auf dem ersten Google Rang haben immer mindestens 500 Wörter
  • Strukturierte Daten nach Schema.org sind sehr relevant
  • Richtige Auszeichnung (z.B. der 404-Fehlerseite) sind nach wie vor wichtige „Hausaufgaben“ eines Webentwicklers
  • Eine Robots.txt für den Google Crawler und Andere ist zu empfehlen
  • Eine Sitemap.xml sollte vorhanden sein und bei Google hinterlegt werden

Außerdem sprachen wir über aktuell gängige Tools, die eben bei dieser Optimierung hilfreich sind.

 

Manche der Sessions auf dem TYPO3 Barcamp wurden sogar live gestreamt und sind nun unter https://t3cs.de/live-stream abrufbar.

Inhaltlich gab es tiefe Einblicke in den Kern von TYPO3, die TYPO3 Konsole, den korrekten Umgang mit Extbase, Suchmaschinenoptimierung mit TYPO3 sowie der Performance und Sicherheitsoptimierung mit TYPO3 9.5. Ebenfalls Teil der 3-tägigen Veranstaltung war die Abnahme der Prüfungen zu den verschieden TYPO3 Zertifizierungen. Darunter auch die Prüfung zum zertifizierten TYPO3 Editor, welche diesmal unsere Kollegin Ruth Adami erfolgreich absolvierte. Dazu nochmal an dieser Stelle unseren herzlichen Glückwunsch!

 

Wir freuen uns schon aufs nächste Barcamp, mit vielen freundlichen und unterhaltsamen Kollegen aus der TYPO3-Szene.

 

Einige Tweets zum Nachlesen: #t3cs



Moritz Spindler
Senior Berater
0 71 31 - 642 90 44
Moritz Spindler