# 16. Juni 2016

Von 0 auf 100: Wir bauen in sieben Tagen eine „Blown away“-Fotobox

  • Fotobox Sirona

Vor kurzem haben wir eine Produkteinführungskampagne von Sirona fürs Social Web adaptiert. Neben Maßnahmen wie dem viral gewordenen „CEREC in Concert“-Video pitchten wir auch die Idee einer „Blown away Fotobox“. Der Kunde fand den Vorschlag so gut, dass wir ihn umgehend realisieren sollten – und zwar so, dass die Box zur Auftaktveranstaltung der Kampagne am Standort Bensheim einsatzbereit wäre. Damit hatten wir exakt eine Woche Zeit.

Tüfteln, Planen, Bauen in Rekordzeit

Sieben Tage sind extrem wenig, wenn man eine Fotobox von Grund auf plant und baut. Als erstes mussten wir einen Schreiner finden, der uns kurzfristig mit Material und handwerklichem Know-how unterstützt. Dank unseres gut vernetzten Teams gelang uns das glücklicherweise schnell, was den Grundaufbau schon mal sicherte.

Unsere Box sollte allerdings kein „0815“-Modell werden, sondern über einige sehr spezielle Features verfügen. Die Klammer zur „Zirconia, Simply Faster“-Kampagne bildeten die Kampagnen-Visuals, die Personen mit verwehten Haare zeigten. Wir wollten mit der Fotobox ähnliche Motive shooten – also musste in der Kabine starker Wind blasen. Über das „Wie“ waren wir uns schnell einig: Wir würden einen Laubbläser einbauen. Also schnell zum Baumarkt, Modelle testen, den passenden eintüten und ab damit in die Agentur.

 

Und wie genau setzen wir das jetzt um…?

Während sich der Schreiner mit der Holzkonstruktion beschäftigte, tüftelte das Agentur-Team an der Technik. Neben dem Laubbläser mussten unter anderem Kamera und Blitz eingebaut werden. Zudem sollte der Benutzer die Box intuitiv bedienen und verstehen können. Unser bühnenerfahrener Kollege Timo Wörrlein schlug deshalb vor, ein Lauflicht zu installieren, das den Countdown vom Drücken des Selbstauslösers bis zur Aufnahme des Fotos visualisiert. Für die Steuerung wählten wir einen Raspberry Pi, den unser Technik-Team entsprechend programmierte.

Selbstverständlich sollten alle technischen Komponenten reibungslos ineinandergreifen. Dazu ein kurzer Spoiler zur Funktionsweise: Sobald der Benutzer den Auslöse-Knopf in der Box drückt, laufen verschiedene Prozesse ab: Der Selbstauslöser des Fotos wird aktiviert, parallel löst ein Signal an den Raspberry Pi die Lichtleiste aus, das Gebläse springt an und schließlich wird das Foto geknipst. Das wird wiederum an einen Laptop samt Drucker geschickt und parallel auf einem iPad angezeigt. Diesen Prozess zu entwerfen ist das eine. Damit er in der kurzen Zeit zusätzlich auch realisiert werden konnte, arbeiteten unser Team, der Schreiner und ein hinzugezogener Elektriker Hand in Hand.

 

Unverhofft kommt oft

Planänderungen waren wegen des engen Zeitplans nicht vorgesehen. Als wir feststellten, dass die Beleuchtung im Inneren der Kabine nicht optimal gelöst war, mussten wir deshalb schnell handeln – der Schreiner modifizierte die Box und baute ein Dach, sodass wir mit indirektem Licht arbeiten konnten, und wir machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Blitz. Das stellte uns allerdings vor die nächste Herausforderung. Wir mussten quasi über Nacht einen ausreichend starken Blitz auftreiben. Dank Memo Filiz – einem  Fotografen, mit dem wir regelmäßig zusammenarbeiten – haben wir glücklicherweise rechtzeitig einen bekommen.

Neben den inneren Werten zählt bei einer Fotobox auch das Äußere

Der Kampagnen- und Markenbezug sollte auch über das Aussehen der Box auf den ersten Blick ersichtlich sein. Unsere Grafik entwarf deshalb verschiedene Designs und erstellte die Druckvorstufe. Auf Basis dieser Daten wurden Klebefolien gedruckt, die unser Chef gemeinsam mit Senior AD Alex Konrad in einer Nachtschicht höchstpersönlich anbrachte.

 

 

Zum professionellen Eindruck der Box gehörte auch, dass die Benutzer ihre Bilder direkt anschauen und mitnehmen konnten. Ein unvorhergesehenes Problem brachte unser Team noch einmal richtig ins Schwitzen, wie Johannes Lörz beschreibt: „Damit die Fotos auf dem iPad angezeigt werden, ist eine Verbindung via WLAN-Karte notwendig. Die ist am Morgen der Veranstaltung kaputt gegangen. Wir haben von Heilbronn über Heidelberg bis Mannheim alle Fotoläden, Saturn- und Media Markt-Filialen angerufen. Schlussendlich hatte ein klitzekleiner Fotoladen in Bensheim die Karte als einziger auf Lager – wir sind also schnurstracks losgedüst, haben sie abgeholt und gerade noch rechtzeitig eingebaut…“

Nach Fertigstellung wurde die Box per Spedition an die Eventlocation transportiert, von uns aufgebaut und während des Einsatzes vor Ort betreut. Unsere Bewegtbildspezialisten haben zudem den gesamten Arbeitsprozess für ein packendes Making-Of-Video festgehalten:

Wie gelingt so ein Mammutprojekt?

Das tolle an der Fotobox ist nicht nur, dass die Zielgruppe die Kampagne „anfassen“ und unmittelbar erleben kann. Sie ist insbesondere das Ergebnis hervorragender, fokussierter und kompetenzübergreifender Teamarbeit. Die Idee stammte von unserem Social Media-Team, Grafiker und Techniker haben sie umgesetzt, die Bewegtbildexperten waren für die Dokumentation zuständig – somit haben alle Disziplinen unserer Agentur ihr Fachwissen eingebracht und Hand in Hand gearbeitet, um den engen Zeitplan einhalten zu können. Ein herzliches Dankeschön geht auch an Frau Konrad für das Nähen des Vorhangs sowie an die Schreinerei Polzer und Memo Filiz für die Unterstützung dieses ehrgeizigen Projekts!

 

Von 0 auf 100: Wie in sieben Tagen eine “Blown away”-Fotobox für Sirona entstand



Tobias Hurrle
Geschäftsleitung Kreation
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Tobias Hurrle