# 24. November 2014

Als Unternehmen erfolgreich auf Instagram – So funktioniert es!

Auf Instagram gibt es weltweit 200 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Täglich werden 60 Millionen neue Bilder hochgeladen und 1,6 Milliarden Likes vergeben. Ein Großteil dessen wird überwiegend von privaten Profilen generiert, doch auch im Unternehmensbereich bahnt sich die visuelle Art der Kommunikation langsam seinen Weg.

Kaum ein anderes soziales Netzwerk schafft es, derartig schnell eine emotionale Bindung zwischen Unternehmen, Produkten und Kunden aufzubauen wie die Plattform Instagram. Allein die Tatsache, dass Postings mit Bildern eine deutlich höhere Engagement-Rate aufweisen als reine Textbeiträge, zeigt, dass sich in den sozialen Netzwerken inzwischen alles um „Visuel Corporate Storytelling“ bzw. „Branded Storytelling“ dreht. Unternehmen können mit einer spezifischen Content Strategie, abgestimmt auf die Facebook-Tochter Instagram, ihre Kommunikations- und Marketingziele migrieren und zudem ihre Markenbekanntheit verbessern.

Exkurs:

Instagram ist ein Microblog sowie Foto- und Videosharingdienst, der 2012 von Facebook Inc. für eine Milliarde Dollar gekauft wurde. Diese Summe ist weit mehr, als jemals für einen digitalen Fotodienst gezahlt wurde. Als Vergleich: Google Inc. kaufte 2004 Picasa für fünf Millionen Dollar, Yahoo im Jahr 2005 Flickr für 30 Millionen Dallar und News Corporation im Jahr 2007 Photobucket für 300 Millionen Dollar. Die mobile App ermöglicht dem Nutzer ein schnelles und unkompliziertes Posten von Bildern, die im folgenden Schritt auf Facebook, Twitter, Tumbler, Flicker oder dem größten japanischen Netzwerk Mixi geteilt werden können. Des Weiteren kann man selbst anderen Usern folgen, sodass man in seinem Newsfeed die neusten Fotos seiner abonnierten „Instagrammer“ sehen kann.

Obwohl sich Instagram ebenfalls in die erfolgreiche Liga der Social Media Plattformen einreihen darf, unterscheidet sich die Plattform in einem Punkt zu Facebook: Der (noch) nicht vorhandene Relevanzfilter. Dem Nutzer werden alle Beiträge der Personen angezeigt, denen er auch folgt. Die einzige Filterung erfolgt auf Nutzerseite und lässt sich kaum vermeiden: die Zeit. Kaum ein Nutzer wird endlos in die Newsfeed-Vergangenheit scrollen, sondern eher den Fokus auf die neusten Bilder lenken.

Aufbau von Reichweite
Selten kommen Nutzer auf die Idee, direkt nach einer bestimmten Marke auf Instagram zu suchen – der Reichweitenaufbau ist auf dieser Plattform demnach eine Herausforderung für sich. Um für das erste Grundrauschen zu sorgen, sollte auf der eigenen Homepage oder Blog der neue bzw. bestehende Kanal kontinuierlich kommuniziert werden. Auch eine Erwähnung auf der Facebook Seite innerhalb eines Beitrags bringt seine Vorteile hinsichtlich neuer Follower. Es sollte jedoch nicht unterschätzt werden, dass Instagram einen individuellen Charakter hat – daher sollten Facebook-Inhalte nicht eins zu eins übertragen werden. Denn wieso sollten Ihnen Facebook Fans auf Instagram folgen, wenn sie die gleichen Inhalte bereits gesehen oder sogar gelikt haben?

Eine kreative und einzigartige Bildinszenierung ist das Schlüsselwort: gute Bildqualität, Provokation, Witz, Mehrwert und authentische Gesichter tragen zum Erfolg auf Instagram bei.

Zeigt ein Bild auf Instagram jedoch eine hohe Interaktionsrate, kann dieses nachträglich auf Facebook, Twitter oder Google+ geteilt werden. Auf diese Weise wird der Instagram-Account in den bereits aufgebauten Communities anderer Plattformen annonciert und erwirtschaftet im Idealfall neue Follower und Reichweite.

Hashtags
Das Ziel: Verbreitung und Interaktion! Die Lösung: Hashtags!
Hashtags dienen der besseren Vernetzung – sie steigern nicht nur die Streuung des Bildes, sondern helfen zugleich dabei die Reichweite zu vergrößern. Es ist essentiell, dass die Hashtags einen thematischen Bezug zum Bild aufweisen, dennoch sollte auch auf die Anzahl geachtet werden: durchschnittlich sollten nicht mehr als fünf Hashtags verwendet werden.
Sehr beliebt sind Hashtag-Kampagnen, in denen User aufgefordert werden, Bilder zu einem bestimmten Thema zu posten und mit einem „Branded Hashtag“ zu versehen. In diesem Zuge könnte man User zeitgleich mobilisieren den Unternehmensaccount zu folgen, doch das Risiko ist zu groß, dass auf diese Weise unrelevante Follower gewonnen werden, die nur am Gewinn und nicht an den Inhalten selbst interessiert sind. Empfehlenswert ist demnach der Fokus auf den passenden Hashtag, denn mit der richtigen Integration kommen die Follower von selbst.

Wie findet man die richtigen Hashtags:
1. Der Hashtag entspricht dem Namen des Unternehmens.
2. Folgen Sie den Gesprächen, die bereits zu Ihrem Thema im Gange sind und legen Sie Ihr Augenmerk auf die bis dato verwendeten Hashtags. Im folgenden Schritt kann über die Hashtag-Suche nach weiteren und vielleicht auch bekannteren Schlagwörtern gesucht werden. Auf diese Art und Weise lässt sich das richtige Publikum für Ihre Inhalte identifizieren.
3. Für eine Kampagne kann ein eigener Hashtag, auch „Branded Hashtag“ entwickelt werden – er sollte kurz und einprägsam sein sowie inhaltlich passen.

Links richtig setzen:
Die Möglichkeit auf Instagram Referral Traffic zu erzeugen, ist derzeit noch sehr gering. Laut aktuellen Analysen dominiert Facebook weiterhin als Traffic-Maschine Nr. 1 – kein anderes soziales Netzwerk liefert so viel Traffic auf externe Websites.

Social Media Traffic Referrals

Dass Instagram nicht einmal unter den Top Ten der Referral Traffic Plattformen ist, liegt daran, dass es nur eine klickbare Stelle für Links gibt – in der Kurzbeschreibung des Profils. Hier kann ein Link hinterlegt werden, der auf Instagram statisch bleibt, aber, dank Redirects, stets den User zu verschiedenen Zielseiten weiterleitet. Folglich kann in der Bildbeschreibung auf den Link im Info-Bereich verwiesen werden, beispielsweise www.domain.com/instagram-und-impressum. Eine weitere Möglichkeit sind nicht-klickbare Links in der Bildbeschreibung. Hierzu empfiehlt sich der Kurzlink-Dienst bitly, der mit der Bearbeitungsfunktion „ansehnlich“ gemacht werden kann.

Beispiel:
Die URL des Blogartikels ist zu lange um sie manuell in den Browser einzugeben: https://lingner.com/storytelling/blogparade-azubi-2014-dual-studieren-bei-lingner-com. Mit Hilfe von bit.ly gelangt man zu der Verkürzung bit.ly/10EuKej. Nutzt man nun die Bearbeitungsfunktion wird hieraus bit.ly/LingnerBlog. Diese personalisierte Kurz-URL lässt sich ohne weiteres merken und problemlos (ohne Sonderzeichen) in die Browserleiste eingeben.

Die Insights von Instagram
Für die Optimierung einer Social Media & Content Strategie ist die Erfolgsmessung ein wesentlicher Faktor. Daher ist es nicht verwunderlich, dass nach Twitter und Pinterest nun auch Instagram einen Statistikbereich einführt – das Gute daran: Die Konzernmutter Facebook hat bereits viel Erfahrung im Statistik-Bereich gesammelt und kann somit alle relevanten Zahlen und Daten abgestimmt auf das Unternehmen zur Verfügung stellen. Das Dashboard ist analog zu den Facebook Insights aufgebaut: Account Insights, Ad Insights und Ad Staging.

Instagram Insights

Wie man an zwei der drei Bereiche sehen kann, ist das neue Feature bisher nur für Unternehmen geeignet, die auch Werbeanzeigen schalten – und genau hier befindet sich auch die Einschränkung. Lediglich die USA, England, Kanada und Australien sind bisher berechtigt, Anzeigen zu schalten. Wann das Statistiktool mit Ad-Schaltung für Deutschland freigegeben wird, ist noch unklar.

Bis dahin empfehle ich Drittanbieter-Tools wie beispielsweise “Iconosquare“, die das Wachstum der Followeranzahl, die Engagement-Rate oder auch die vorteilhafteste Zeit zum Poster der Bilder analysiert. Alternativ bietet sich das Tool „Totems“, ehemals Nitrogram, an, das mit seinem Dashboard alle wichtigen Daten ausliest, Hashtags monitort und ein CRM Feature anbietet. Unternehmen wie Nike, Starbucks oder Adidas nutzen das Tool ab 130 € im Monat.

 Iconosquare

Fazit
Der von Facebook akquirierte Service nutzt noch keinen Algorithmus, der die Reichweite der Unternehmen verringert. Doch je mehr Unternehmen diese Plattform für sich entdecken, desto wahrscheinlicher wird es, dass der Mutterkonzern auch hier die Business Accounts zur Kasse bittet oder einen Algorithmus einführt. Wer heute demnach als Unternehmen Instagram einsetzt, profitiert noch vom First-Mover-Effekt.



Nora Kessler
Projektmanagement // Community Management
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Nora Kessler