# 15. Oktober 2015

LINGNER.COM auf der Social Media Conference – Ein Rückblick

Vom 12. bis zum 13. Oktober waren wir mit einem dreiköpfigen Team bei der Social Media Conference in Hamburg. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf Content Marketing und dem Einsatz von Social Media in B2B-Unternehmen – weshalb unser Kollege Nemo Tronnier nicht nur als Zuhörer vor Ort war, sondern als Speaker außerdem einen Best Case unseres Kunden Sirona Dental vorstellte.

Social Media Conference 2015 – Ein Rückblick von LINGNER.COM

Aber der Reihe nach: Eröffnet wurde die Konferenz durch eine packende Keynote von Robert Seeger. Er machte trotz Wiener Akzent unmissverständlich klar: Im Social Web kann man sich alles kaufen – außer Aufmerksamkeit. Die wird durch guten Content erreicht, wofür aus seiner Sicht fünf Grundregeln gelten:

  1. Daumenstopper kreieren
  2. Raus aus der Komfortzone
  3. Brandstifter sein statt Geld verbrennen
  4. Ernst nehmen statt wichtig machen
  5. Be somebody’s lover and not everybody’s darling

Im Grunde geht es also darum, mit starken, pointierten Inhalten Aufmerksamkeit im User-Feed zu erreichen. Beim zweiten Punkt ermahnt Seeger, neue Kanäle nicht zu vernachlässigen. Unternehmen sollten sich außerdem stärker mit ihrer Zielgruppe auseinandersetzen – statt die breite Masse anzusprechen, gilt es die richtigen Personen zu erreichen. Wichtig daher: Influencer identifizieren, „Brandstifter“ sein, sie von der eigenen Marke überzeugen und als Multiplikatoren nutzen. Mit Punkt vier meint er, dass guter Content einer Marke mehr nutzt, als das Branding irrelevanter Inhalte. Und zum Schluss: Gegnerschaft erzeugt Fans – deshalb darf Content Ecken und Kanten haben.

So geht Content Marketing im Social Web

Wie lässt sich die richtige Zielgruppe in den sozialen Medien optimal ansprechen? Und was sind passende Inhalte? Diese Fragen zogen sich wie ein roter Faden durch die weiteren Vorträge. Elke von Borcke zeigte beispielsweise, dass individuell produzierter, saisonaler Content wie Bastelanleitungen den Traffic auf den DaWanda-Webangeboten ansteigen lässt. Und: Offline-Events eignen sich in ihrem Unternehmen hervorragend dazu, die Zielgruppe für die DaWanda-Onlineangebote zu sensibilisieren.

„Lasst den Content frei!“ – Frank Vogel verdeutlichte, dass Markenführung im Social Web neu gedacht werden muss. Alte Werbeprinzipien stehen gutem Content aus seiner Sicht im Weg. Die Aspekte Versprechen, Aufmerksamkeit und Konsistenz sollten durch die Markenprinzipien Haltung, kohärentes Verhalten und Aneignung ersetzt werden. Denn: Wenn ein Unternehmen sein gesamtes Verhalten an einer bestimmten Haltung ausrichte, entstünden ganz neue Möglichkeiten für das Agenda-Setting. Er betont: „So ermöglichen Marken ein Verhalten, das involvierenden Content kreiert“ – und damit Aufmerksamkeit generiert.

Social-Media-Conference-Hamburg_7

 

Quo vadis, Social Media?

Dass sich die Social Media-Landschaft beständig ändert, ist nicht neu; wie sie sich verändert, ist dagegen auch für uns eine sehr spannende Frage. Bei der Abschlussdiskussion an Tag eins stellten Jana Würfel (Pinterest), Arne Henne (Facebook), Michael Groß (Google) und Panos Meyer (Twitter) zunächst die Potenziale ihrer Kanäle vor und diskutierten anschließend gemeinsam zum Thema. Die wichtigsten Punkte:

  • Social Media-Kanäle sind „Begleitmedien“ und werden hauptsächlich mobil aufgerufen: Die Nutzung ist durch Ablenkung und Unterbrechung gekennzeichnet, daher müssen Inhalte schnell Aufmerksamkeit wecken
  • User-Generated-Content ist mittlerweile extrem hochwertig: Er dient als Messlatte für Marken, die Zusammenarbeit mit diesen Content Creators ist daher empfehlenswert
  • Reichweite gibt es nicht mehr umsonst – Unternehmen sollten deshalb auch für Social Media ein Werbebudget veranschlagen und für dessen effektiven Einsatz gezielt die Targetingmöglichkeiten der Kanäle nutzen

Wie Instagram, Pinterest und WhatsApp für die Markenführung eingesetzt werden können, wurde am Folgetag in verschiedenen Cases gezeigt. Ansis Schön erklärte beispielsweise, wie verschiedene Sparkassen-Filialen WhatsApp als Kanal für Kundenservice und News-Distribution testen. Der Aufwand pro Chat: Zwischen zwei und fünf Minuten im First Level-Support. Die Herausforderung: Umgang mit Spammern („Ich will Geld“) und mit sensiblen, personenbezogenen Daten. Dass Schön mit dem Thema einen Nerv getroffen hat, bewiesen auch die regen Diskussionen während der anschließenden Kaffeepause…

Social-Media-Conference-Hamburg_2

B2B-Special der #SMConf: 3M, Sirona Dental, TÜV Rheinland

Der B2B-Block zum Abschluss der Konferenz war für uns besonders interessant. Zum einen gaben 3M und TÜV Rheinland spannende Einblicke in die Planung und Gestaltung ihrer Social Media-Kommunikation. Zum anderen stellte LINGNER.COM auch selbst einen Speaker: Nemo Tronnier referierte unter dem Titel „Social Media mit Biss – 7 Wege ins Herz einer sehr speziellen Zielgruppe“ über unsere Arbeit für und mit Sirona Dental.

Unser Fazit: Eine sehr gelungene Veranstaltung mit interessanten Ein- und Ausblicken. Damit der Mehrwert für Social Media-Experten noch größer wird, wäre es allerdings wünschenswert, dass die Vorträge zum Teil noch mehr in die Tiefe gehen. Ansonsten: Top-Referenten, vorbildliche Organisation, sehr nette Gespräche.

Weitere Infos zum Potenzial von WhatsApp, Instagram & Co.:

Erfolgreich werben – Diese Möglichkeit bietet Instagram für Unternehmen

Rechtssicheres Marketing auf Instagram & Twitter – 10 Tipps vom Anwalt

WhatsApp als Kommunikationskanal für Medienunternehmen – So funktionieren Broadcast Listen



Claudia Kirsch
Projektmanagement // PR // Social Media
07131 6429030
Claudia Kirsch