# 02. Dezember 2014

Pinterest und Instagram auf dem Vormarsch – Futurebiz-Workshop zu Social Media 2015

Während sich 2014 dem Ende zuneigt, sind wir gedanklich längst im nächsten Jahr. Das Social-Media-Team machte sich vergangene Woche auf den Weg nach Frankfurt, um am Futurebiz-Workshop „Social Media 2015“ teilzunehmen.

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Foto: Nemo Tronnier

Auf der Agenda: Ein Social-Media-Rundumschlag in drei Stunden. Von Pinterest- und Instagram-Marketing, über Mobile Messenger, Tumblr, Vine und Facebook, bis hin zur Zukunft des Content Marketings – puh!

Ein kurzer Überblick vorab:

Während Tumblr, Pinterest und Instagram immer mehr an Mitgliedern zulegen, kommt Facebook (nach LinkedIn, Twitter, YouTube und Google +) langsam ans Ende seines Wachstums.

Referent Andreas Bersch, Geschäftsführer der Agentur Brandpunkt und Gründer von Futurebiz, sieht für 2015 eine große Chance im Referrral Traffic via Social Web (=in sozialen Netzwerken geteilte Links, die Traffic auf der eigenen Website erzeugen) – hier wiederum liegt Facebook immer noch mit weitem Abstand vorne.

#Pinterest und #Instagram auf dem Vormarsch – #Futurebiz-Workshop zu Social Media 2015

Bei allen sozialen Netzwerken gilt „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“, klar, alte Social-Media-Binsenweisheit. Bei Pinterest gilt das insbesondere für die Attraktivität der Bilder. Die Produkte müssen im Stream durch besondere Blickwinkel, Farben oder Motive hervorstechen. Dann kann Pinterest zur Markenbekanntheit beitragen, ein Markenerlebnis schaffen und das Image fördern. Da jedes Bild auch ein Link ist, fungiert eine gute Pinterest-Reichweite als Traffic-Lieferant und steigert somit den Produktverkauf.

Wer nutzt Pinterest?

Pinterest ist ein Frauennetzwerk, circa 70 Prozent der Nutzer sind weiblich. In manchen Ländern ist der Frauenanteil sogar noch höher. Vielleicht auch deshalb sind die beliebtesten Themen Mode, Einrichtung und Do It Yourself sowie Rezepte. Circa 75 Prozent der Nutzer greifen mobil auf die Plattform zu.

Warum pinnen Nutzer?

Bei Pinterest geht es um Interessen. Der User pinnt ein Bild, also ein Produkt, um es wie ein Lesezeichen wiederzufinden, es „im Regal stehen zu haben“. Meist erstellt der Nutzer pro Thema eine Pinnwand, an der er mehrere Pins sammelt. Pinnen heißt suchen, träumen, planen oder sich inspirieren lassen. Wegen seiner Fundgrube an Ideen ist Pinterest besonders bei Kreativen beliebt.

Dabei gilt: Man pinnt für sich selbst, nicht für andere. Die Motivation ist nicht, den Pin mit anderen Personen zu teilen, wie man es zum Beispiel von Facebook kennt.

Wie lässt sich die Reichweite steigern?

Neben jedem Produkt auf der eigenen Website sollte der Pin-it-Button stehen. Viele eigene Pins steigern die Reichweite, da sie in den Newsfeeds aller Follower erscheinen (kein Relevanzfilter wie etwa bei Facebook). Daneben verbreiten andere Nutzer die eigenen Pins weiter, im Schnitt elf Mal, daher ist der Aufbau von Followern wichtig. Auch die Beschreibung eines Pins ist essentiell, denn Pins werden häufig anhand von Keywords oder Hashtags über die Suchfunktion gefunden.

Wie sieht es mit Instagram aus?

Auch hier steht das Visuelle im Vordergrund. Das beste Bild gewinnt. Im Vergleich zu Pinterest ist die Nutzung von Instagram noch mobiler, sie liegt bei fast 100 Prozent.

Im Gegensatz zu Pinterest gibt es keine Links, dadurch kein Referral Traffic und Produktverkauf. Auch eine Teil- oder Weiterverbreitungsfunktion fehlt. Die Reichweite wird demnach über den Stream des Nutzers, über Hashtags, die Suchfunktion sowie die Markierung anderer Nutzer (x gefällt das Bild y, x hat y in einem Kommentar erwähnt) erzielt. Mit einer Mitmach-Kampagne, zum Beispiel mit einem (branded) Hashtag, lässt sich eigener Content in Instagram verbreiten.

Einige Marken besitzen mehrere Instagram-Accounts, mit denen sich interaktive Aktionen, wie Gewinnspiele, umsetzen lassen. So setzt zum Beispiel Mercedes-Benz auf einen Auto-Konfigurator, der bei jeder Wahloption auf einen Account verlinkt.

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Foto: Screenshot

Der Lutscher-Hersteller Chupa Chups hat sich ein Gewinnspiel ausgedacht, dessen Motiv auf neun weitere Instagram-Profile verweist.

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Foto: Screenshot

Persönliches Fazit:

Der Workshop zeigte kurz und knapp, was mit Pinterest und Instagram für Unternehmen marketingtechnisch möglich ist. Dass unter den Netzwerken Pinterest, Instragram und Tumblr am meisten wachsen, zeigt, dass das Visuelle in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird, während Textinhalte in den Hintergrund rücken.

Pinterest und Instragram wurden von Grund auf erklärt, was für Einsteiger sicher hilfreich war. Für meinen Geschmack hätte es gerne mehr in die Tiefe gehen können, die Themen Mobile Messenger, Tumblr, Vine und Facebook wurden nur angeschnitten. Doch natürlich ist das bei drei Stunden und einem gemischten Publikum schwer möglich. Schöner wäre es, der anfangs vorgestellten Agenda gerecht zu werden – an einem ganzen Tag.



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