# 28. November 2013

Das fliegende LINGNER.LAB – Produktdesigner Peter Keilbach im Interview

Mit großen Schritten in Richtung Zukunft geht Lingner Consulting mit dem LINGNER.LAB. Der von Produktdesigner Peter Keilbach entworfene mobile Container soll zukünftig im Park der Villa Mertz flexible Arbeitsplätze und kreativen Freiraum bieten.

Wir haben vorab mit dem Diplom-Designer über die Idee der fliegenden Häuser gesprochen.

 

Peter Keilbach
 

Normalerweise entwerfen Sie Nützliches für Haus und Garten, wie z.B. Briefkästen, Obstschalen oder Vogelhäuschen. Woher kommt die Idee der fliegenden Häuser?
Mir ist aufgefallen, dass es einen Markt für bewohnbare Baumhäuser gibt. Allerdings werden diese in der Regel als Einzelstücke von Architekten aufwendig geplant und sind entsprechend teuer. Auf der anderen Seite werden Gartenhäuser in großen Stückzahlen industriell hergestellt. Meine ursprüngliche Idee war, die Nische dazwischen zu besetzen und individualisierbare Baumhäuser in Serie zu fertigen.

Sie schreiben auf Ihrer Homepage, dass ein fliegendes Haus „an Reduktion kaum zu überbieten ist, aber dennoch unverwechselbar ist“. Das klingt, als wären die Häuser sehr flexibel. Welche Varianten gibt es?
Es gibt drei Basismodule mit unterschiedlicher Grundfläche, aber alle großzügig verglast. Die Verglasung bewirkt ein fast schon loftartiges Raumgefühl und einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen. Bereits die Basismodule bieten übrigens, sofern von Kundenseite gewünscht, ausreichend Spielraum für individuelle Veränderungen. 

Was genau macht sie unverwechselbar?
Für alle Module gibt es eine große Auswahl an Ausstattungsvarianten und Zubehör, ähnlich wie beim Neuwagenkauf. Fliegende Häuser gibt es mit Fassaden aus Holz, Alu oder – wie im Fall des LINGNER.LAB – aus Corten Stahl, wir bieten Terrassenelemente, Sonnendecks und Aufständerungen bis in Baumhaushöhe an, um nur einige Beispiele zu nennen. So kann sich jeder Kunde sein Haus individuell zusammenstellen und keines gleicht dem anderen.

 
Seitenansicht des LINGNER.LABs
 

Die eben angesprochene Reduktion findet sich neben Geradlinigkeit und Zeitlosigkeit als Gestaltungsprinzip in allen Ihren Produkten wieder. Auch die fliegenden Häuser beinhalten diese Merkmale offensichtlich. Für wen sind sie hauptsächlich gedacht?
Sie richten sich an alle, die zusätzlichen Raum benötigen und dabei den Anspruch haben, dass dieser architektonisch ansprechend gestaltet und flexibel ist. Das betrifft den Privatbereich ebenso wie Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Ein Fliegendes Haus kann privater Rückzugsort zum Lesen, Musik hören, Meditieren sein, aber genauso ein Büro im Grünen, das erste Firmengebäude für ein Start-up oder eine mobile Ausstellungsfläche, bei der sich durch die Möglichkeit das Haus in der Höhe aufzuständern, das Exponat und der Betrachter auf Augenhöhe befinden.

Zu welchem Zweck werden sie normalerweise verwendet?
Da kann man fast nicht von „normalerweise“ sprechen, da es so viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten gibt. Selbst wir sind manchmal erstaunt darüber, welche Möglichkeiten die Kunden in den Fliegenden Häusern sehen. Das reicht vom Fliegenden Saunahaus auf dem Dach bis zum kompletten Feriendorf aus Fliegenden Häusern in Italien. Aktuell ist sogar ein Fliegendes Haus als mobile Kunstinstallation unterwegs (für die Landesgartenschau 2016 in Öhringen).

Für Lingner Consulting sind die mit dem „Fliegenden Haus“ verbundenen Themen modulares Bauen und Flexibilisierung der Arbeitswelten sehr spannend. Was ist für Sie das Spannende und Besondere an diesem Projekt?
Für mich persönlich war die Zusammenarbeit mit Stefan Lingner besonders spannend. Ich habe ihn als visionären Unternehmer erlebt, der Spaß daran hat, neue Wege zu gehen. Da kann man gemeinsam einiges wagen und bewegen und das Ergebnis – in diesem Fall das LINGNER.LAB – ist entsprechend einzigartig.

An der Universität Hamburg nutzten Studenten bereits zwei fliegende Häuser als Rückzugsort für die Prüfungsvorbereitung. Ist das die ausgefallenste Einsatzart der fliegenden Häuser oder gibt es ein bisheriges „Highlight“?
Da ich selbst gerne Motorrad fahre, war für mich das Projekt „Das kleinste Motorradmuseum der Welt“ ein echtes Highlight. Für das Deutsche Zweiradmuseum in Neckarsulm haben wir das legendäre Motorrad „Captain America“ aus dem Kultfilm „Easy Rider“ in einem Fliegenden Haus auf Reisen geschickt, z.B. zu einem großen Event von Harley Davidson.

Werden die Häuser eher als Wohn- und Arbeitsraum oder als Ausstellungsraum genutzt?
Das ist ja das Schöne an dem Konzept, dass man sich da gar nicht so festlegen muss. Das Fliegende Haus passt sich den Bedürfnissen seiner Nutzer flexibel an und kommt (fast) überall hin mit.

Fliegende Häuser – der Name spricht ja schon für sich. Wie genau kann man sich den Transport der vorgefertigten Häuser vorstellen?
Die Häuser werden in dem familiengeführten Zimmereibetrieb HolzLand Megerle in Öhringen (Baden-Württemberg) schlüsselfertig hergestellt. Dann kommt ein LKW mit Ladekran, hebt das Haus auf die Ladefläche und los geht’s. Am Zielort wird das Haus wiederum mit dem Ladekran direkt dort platziert wo der Kunde es haben möchte.

Welche Vorkehrungen und Voraussetzungen sind generell nötig, um ein fliegendes Haus z.B. im Garten zu platzieren?
Wer sich für ein Fliegendes Haus entscheidet, entscheidet sich damit auch gegen eine Baustelle. Um ein Fliegendes Haus aufzustellen sind nämlich keine Erdarbeiten und auch keine Bodenplatte nötig, selbst nicht in Hanglage. Das Fliegende Haus steht auf Punktfundamenten, die von uns vorab errichtet werden.

Made in Germany, hergestellt in Baden-Württemberg – Wie lange dauert die Produktion im Durchschnitt?
In der Regel können wir ein Fliegendes Haus in 8 Wochen herstellen.

Werden die verwendeten Materialien alle in Deutschland produziert?
Ja! Ein Fliegendes Haus ist durch und durch ein echtes Qualitätsprodukt „Made in Germany“.

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