Wir basteln uns einen Social-Media-Aufreger

Man kann nicht nicht kom­mu­ni­zie­ren”, besagt eines der 5 Axiome der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­theo­rie von Paul Watz­la­wick. Diese Grund­re­gel ist hof­fent­lich bekannt. Was mir immer wie­der auf­fällt ist, wie viele (große) Unter­neh­men die grund­le­gen­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­re­geln igno­rie­ren, oder noch schlim­mer, nicht ken­nen. Ich möchte in die­sem Arti­kel auf­zei­gen, wie Unter­neh­men im Bereich Social Media feh­ler­haft kom­mu­ni­zier­ten. Und dies zum Teil taten ohne zu wis­sen, dass sie im jenem Augen­blick nega­tive PR pro­du­zier­ten. Im Jahr 2009 gab es in Deutsch­land die ers­ten wirk­lich gro­ßen Social Media Auf­re­ger. Natür­lich auch inter­na­tio­nal, aber wenn wir doch kön­nen, blei­ben wir in unse­rer Hei­mat. Was meine ich aber mit Social-Media-Aufreger?  Bas­teln wir uns doch ein­mal einen nach selbst­de­fi­nier­tem Schema-F:

1.
Eine mehr, oder aber meist weni­ger bekannte Per­son kri­ti­siert ein Unter­neh­men im Internet.

2.
Das Unter­neh­men fühlt sich ange­grif­fen und mahnt den „Schul­di­gen” mit unver­hält­nis­mä­ßig hohen Anwalts­ge­büh­ren ab. Per­sön­li­cher Kon­takt wird nicht gesucht.

3.
Die Geschichte der „unge­rech­ten Abmah­nung” des klei­nen Man­nes wird im Inter­net publik. Denn irgend­je­mand der dar­über schreibt, und das Thema für rele­vant hält, fin­det sich immer.

4.
User im Social Web empö­ren sich über die Reak­tion des Unter­neh­mens und ver­brei­ten die Neu­ig­kei­ten sehr schnell über ihre sozia­len Netzwerke.

5.
Öffent­li­ches Inter­esse steigt wei­ter an und das Thema schwappt je nach Rele­vanz in die klas­si­schen Medien über.

6.
Unter­neh­men merkt frü­her oder spä­ter, dass der Druck von außen immer grö­ßer wird. “Haben wir viel­leicht doch einen Feh­ler gemacht und überreagiert?”

7.
Unter­neh­men knickt ein, kann dem öffent­li­chen Druck nicht mehr stand­hal­ten und zieht die Abmahnungen/ Kos­ten zurück.

Soweit eine sehr grobe Zusam­men­fas­sung in der Theo­rie. In fol­gen­der Slideshare-Präsentation habe ich die bei­den gro­ßen deut­schen Social-Media-Aufreger mit Jako und Jack Wolfs­kin aus­führ­lich für sie zusam­men­ge­fasst. Diese bei­den lau­fen in etwa nach obi­gem Schema ab.

Sie sehen, egal wie man (in der Öffent­lich­keit) auf­tritt, ob aktiv oder pas­siv, man kom­mu­ni­ziert. Und obwohl es in die­sen bei­den Fäl­len anfäng­lich kein akti­ves Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ziel gab, war das Resul­tat nega­tive PR. Der dar­auf­fol­gende Image­scha­den war jeweils immens. In wel­cher Posi­tion man auch steht, ob als Geschäfts­füh­rer oder Ange­stell­ter, ich möchte Fol­gen­des mit auf den Weg geben. Wenn sie im Social Web kom­mu­ni­zie­ren, egal ob sie aktiv tätig sind oder nicht, tref­fen sie den rich­ti­gen Ton. Machen sie nicht die­sel­ben Feh­ler wie Jako und Jack Wolfskin.

Mein Kol­lege Tobias Hurrle hat vor kur­zem den Blog­post „Ihre Marke und das Social Web” ver­fasst. Ich nenne es ein klei­nes Start­er­kit für Social Media Begin­ner. Sind sie noch nicht im Social Web tätig, neh­men sie es sich drin­gend zu Her­zen. Sind sie bereits aktiv, dann bitte auch.

Ich möchte nun mit fol­gen­den Wor­ten abschlie­ßen: „Seien sie Mensch, ihr Gegen­über ist es auch. Spre­chen sie per­sön­lich. Ver­stel­len sie sich nicht. Hören sie zu.”

Bild­quelle:  Pixelio.de - Heimwerken/ RainerSturm

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