Am Wochenende bekam ich eine Facebook-Rundmail von einem Studienfreund, Christian Liedtke, der gerade für ein paar Wochen durch Laos und Thailand gereist ist. Seine spannenden Geschichten über die technischen Entwicklungen in Südostasien zeigen hautnah wie vernetzt unsere Welt ist:
„Ein Eindruck, der von dieser Reise bleiben wird, ist, dass die Welt klein geworden ist. Das ist zwar keine bahnbrechend neue Erkenntnis, aber ich hatte gedacht, dass eine zweiwöchige Motorradfahrt durch abgeschiedene ländliche Regionen in Thailand abseits aller Touristenrouten und eine anschließende Reise durch das entlegene Laos mir das Gefühl von großer Ferne zum mir Bekannten und Gewohnten vermitteln würde. So wird Laos in Reiseführern und Reiseberichten ja als fast unberührt von irgendwelchen technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen westlichen Ursprungs und weit weniger touristisch beschrieben als der Rest von Südostasien.
Aber von wegen: In jedem auch nur annähernd als Städtchen durchgehenden Ort gab es einen stetigen Strom von Touristen, welchen ich natürlich noch ein bisschen vergrößerte. So war an all diesen Orten auch die touristische Infrastruktur, besonders Internetcafés, zur Stelle. Auch hat die “kommunistische” Einparteienregierung von Laos vor einiger Zeit die Lohnauszahlung digitalisiert und zu diesem Zweck in jedem Städtchen Geldautomaten aufgestellt, an denen auch der gemeine Tourist, sogar mit seiner stinknormalen deutschen EC-Karte, Geld abheben kann.

In Thailand hingegen braucht es für die Verbreitung von Internetcafés schon lange keine Touristen mehr, denn selbst auf dem Land hat die Verlockung der Welt der Computerspiele ihren unwiderstehlichen Scharm verbreitet. So gibt es dort in fast jeden noch so kaffigen Kaff eine Internetkaschemme, in der die Dorfjugend abhängt und sich unter lautem Gegröle gegenseitig virtuell die Köpfe wegschießt. Es ist schon ein wenig skurril, wenn man den ganzen Tag über auf fast leergefegten Straßen durch kleine Dörfer und idyllische Landschaften mit dem Motorrad gefahren ist und im Laufe des Tages eine Wanderung zu einem Wasserfall gemacht hat oder einfach nur durch den tropischen Wald gelaufen ist, und dann am Abend in einem dieser Internetcafés sitzt und umringt von spielsüchtig-extatischer Dorfjugend seine E-Mails checkt.
Zum anderen sind in Laos und Thailand an jedem Laden an der Ecke für 1 Euro SIM-Karten erhältlich mit denen man für wenig Geld von überall ins Ausland telefonieren kann. Man kann sie einfach wie einen Schokoriegel kaufen, ohne irgendwelche Angaben machen zu müssen, lädt dann die Prepaidkarte kurz auf und ruck-zuck hat man Mutti auf der anderen Seite der Welt am Hörer. Und das Netz ist wirklich flächendeckend verfügbar und es ist sehr wahrscheinlicher, dass dein einheimischer Sitznachbar während der halben Überlandbusfahrt SMS schreibt (Laos) oder alle zwei Minuten seinen Facebook Status aktualisiert (Thailand: Smartphones everywhere).“
Also, EC-Karte einstecken und ab in den Urlaub…
