Location Based Services

End­lich füh­len wir uns beim Micro­blog­ging Dienst Twit­ter zu Hause. Schi­cken ste­tig Tweets und Ret­weets ins Netz und freuen uns über Direct Mes­sa­ges. Auch bei Face­book haben wir echte und neue Freunde ver­sam­melt und sind Fan zahl­rei­cher Sei­ten gewor­den. Was kön­nen wir vom Social Web in die­sem Jahr erwar­ten? Was wird der Social Hype 2010?

Wir wer­den ver­su­chen, Bür­ger­meis­ter mög­lichst vie­ler Orte zu wer­den. Wie das funk­tio­niert? Ein­fach immer und über­all mit dem Smart­phone vir­tu­ell „einchecken“!

Mayor wer­den

Wenn Sie es noch nicht bemerkt haben, wer­den Sie bald fest­stel­len, dass sich einige ihrer Mit­ar­bei­ter oder Kol­le­gen damit rüh­men, Bür­ger­meis­ter (Mayor) ihrer Firma oder ihres Lieb­ling­si­ta­lie­ners „Don Alfredo“ ums Eck zu sein. Meist sind das beson­ders Netz affine Men­schen, die jeden neuen Hype sofort aus­pro­bie­ren und in die­sem Fall das Social Media Tool Fours­quare ver­wen­den. Ein Ortungs­sys­tem, mit dem sich jeder Besit­zer eines Smart­pho­nes über die Loca­tion Based Service-Applikation an belie­bi­gen Orten ein­log­gen kann. Sobald sich ein User an einem Ort befin­det, den er sei­nem Umfeld gerne mit­tei­len möchte, kann er sich dort ein­che­cken. Der­je­nige, der sich am häu­figs­ten über Fours­quare an einem Ort ein­loggt, steigt zum Bür­ger­meis­ter auf und bleibt das solange, bis er von einem ande­ren Besu­cher, der den Ort noch häu­fi­ger auf­sucht, vom Pos­ten gesto­ßen wird. Die Dienste Fours­quare, Gowalla, Google Lati­tude oder Bright­kite machen Lärm, weil die Apps mit sämt­li­chen sozia­len Netz­wer­ken wie Twit­ter oder Face­book ver­knüpft wer­den kön­nen und auf diese Weise das per­sön­li­che Umfeld im Netz erfährt, wer sich wann und wo befin­det. Der Mehr­wert von Fours­quare liegt darin, dass der User kurze Nach­rich­ten, Bil­der oder Links zum Ort hin­ter­las­sen kann und dadurch die Gemein­schaft inner­halb des Diens­tes umfas­send infor­miert. Für die Kol­le­gen kön­nen Infos in Fours­quare notiert wer­den, wel­ches Gericht sich auf der Mit­tags­karte beson­ders lohnt oder wel­cher Wein sauer schmeckt. Nach eini­ger Zeit erfährt die Netz­ge­meinde so auch, wer die beste Cur­ry­wurst im Vier­tel macht.

Bewe­gungs­ströme zeich­nen sich ab

Jetzt wird es für die Unter­neh­men und fürs Mar­ke­ting inter­es­sant, denn anhand der Zahl der „Check-ins“ und der Anzahl der Nach­rich­ten las­sen sich Bewe­gungs­ströme able­sen, die zei­gen, wo die meis­ten Men­schen hin­ge­hen, um irgend­eine Sache zu tun. Die Piz­ze­ria „Don Alfredo“ könnte den­je­ni­gen Gast, der sich bin­nen eines Monats am häu­figs­ten im Restau­rant „ein­ge­checkt“ hat und damit zum Bür­ger­meis­ter auf­ge­stie­gen ist, bei­spiels­weise mit einer Gratis-Pizza für seine Treue beloh­nen. Loca­tion Based Ser­vices ver­lan­gen nach einem Loca­tion Based Mar­ke­ting, das oben genannte Bewe­gungs­ströme in den Fokus nimmt und ent­spre­chende Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zepte ent­wi­ckelt. Denn im Kos­mos der orts­ge­bun­de­nen Sys­teme wer­den Bür­ger­meis­ter auf klei­nem Raum zu wich­ti­gen Mul­ti­pli­ka­to­ren von öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen, Geschäf­ten oder Restau­rants werden.

Loca­tion Based Marketing

Die Gas­tro­no­men in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten sind Europa – wie gewohnt – weit vor­aus und set­zen die­sen Bene­fit von Fours­quare längst ein, in dem sie ihre Mayors mit Frei­bier beloh­nen, was andere Fours­quare-User dazu ani­miert dem Bier trin­ken­den Mayor den Titel strei­tig zu machen, um sich selbst die Krone auf­set­zen zu kön­nen. Sowohl ein­zelne Restau­rants als auch Ket­ten nut­zen Fours­quare in den USA arri­viert als Publikumsmagnet.

In Deutsch­land ging Vod­a­fone mit gutem Bei­spiel voran: Das Unter­neh­men star­tete im Dezem­ber 2009 ein Gewinn­spiel mit Hilfe von Fours­quare. Es rief die „Woche des Mayors“ aus und suchte fünf Gewin­ner, die sich am häu­figs­ten über die Fours­quare-Appli­ka­tion wäh­rend eines fest­ge­leg­ten Zeit­fens­ters in einem der fünf Flagships­to­res von Vod­a­fone ein­check­ten. Jeder Vodafone-Flagshipstore-Mayor gewann ein Überraschungspaket.

Über Loca­tion Based Mar­ke­ting errei­chen Unter­neh­men Ziel­grup­pen wie Digi­tal Nati­ves, die sich meh­rere Stun­den täg­lich mit digi­ta­len Medien umge­ben und in den wei­ten Fel­dern des Inter­nets nur schwer zu fas­sen sind. Geschweige denn über her­kömm­li­che Medi­en­ka­näle erfolg­reich ange­spro­chen wer­den können.

Kommunikations-Arena 2010

Im glei­chen Aus­maß wie im ver­gan­ge­nen Jahr über Twit­ter und Face­book in den Medien gespro­chen wurde, wird 2010 von Loca­tion Based Ser­vices die Rede sein. Beide Social Media Grö­ßen arbei­ten bereits ebenso an sol­chen orts­ge­bun­de­nen Diens­ten. Bald wird es Usus wer­den, dank vir­tu­el­ler GPS-Steuerung auf den Pfa­den sei­ner bes­ten Freunde im Netz zu wan­deln. Fest­zu­hal­ten ist, dass sich auf die­sem Gebiet eini­ges tun wird.

Wir dür­fen also gespannt blei­ben wie sich unser All­tag ver­än­dern wird, wenn Loca­tion Based Ser­vices unsere Kalender- und Rei­se­ter­mine berück­sich­ti­gen und uns umge­hend mit wich­ti­gen Infos rund um die Orte, die wir auf­su­chen wer­den, auf dem Lau­fen­den hal­ten. Und sei es nur das Wet­ter vor Ort oder die Notiz über den hohen Andrang an der Sicher­heits­kon­trolle vom Stutt­gar­ter Flug­ha­fen in Ter­mi­nal 1. Unab­hän­gig davon, wohin man sich in Zukunft mit sei­nem Zugang zum mobile Web bewe­gen wird, wer­den die indi­vi­du­el­len Infor­ma­tio­nen mit wan­dern. Noch schnel­ler als die digi­ta­len Medi­en­dienste, wer­den uns Loca­tion Based Ser­vices per­ma­nent auf dem aller­neus­ten Stand hal­ten und sich unse­ren Bedürf­nis­sen anpas­sen. „Vie­les im Leben berührt uns nur, weil (und wenn) wir kon­kret räum­li­chen Bezug dazu haben“, so Mat­thias Schwenk, einer der Auto­ren des bedeut­sa­men Blogs Carta, über die Kraft von Loca­tion Based Services.

1 Kommentar zum Artikel

  1. [New Post] Loca­tion Based Ser­vices - via @twitoaster http://lingner.com/zukunftskommunik...

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