21 November 2009 Tobias Hurrle

Ihre Marke und das Social Web

Social Media: Neue Herausforderung für Marketing und PR Abteilungen

Als der Sportartikel Hersteller Jako wegen einer umstrittenen Abmahung sich mit massiver Kritik aus dem „Netz” konfrontiert sah, goss ein anonymer Twitter-Nutzer noch Öl ins Feuer. Der Twitter-Nutzer sicherte sich den Namen Jako_DE und heizte den Konflikt mit angeblichen Veröffentlichungen aus der Konzernzentrale noch an. In kurzer Zeit nahmen mehrere hundert Menschen die Äußerungen von Jako_DE für bare Münze und schrieben empörte Kommentare und Blogartikel.

Diesen und ähnlich geartete Vorfälle in der Vergangenheit möchte ich zum Anlass nehmen und hier einen kleinen Ratgeber für den Erstkontakt mit Social Media veröffentlichen.
Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren sind sehr willkommen.

Anmerkung: Das Folgende soll als Blaupause für eine Kundeninformation dienen, und trifft deshalb nicht  ganz den Ton der sonst auf diesem und anderen Blogs üblich ist. (z.B. Ansprache mit “Sie”)

Was können Sie tun, um Ihr eigenes Unternehmen vor Imageschäden zu bewahren

1. Überprüfen Sie, ob Ihre Markennamen bei den gängigen Social Networks noch verfügbar sind.
Dabei ist es nicht nötig, jeden dieser Dienste einzeln zu besuchen. Ein praktischer Dienst namens namechk.com erleichtert Ihnen die Arbeit erheblich.Auf einen Blick können sämtliche gängigen Social Networks nach Ihrem Markennamen überprüft werden.
Selbst wenn einer Ihrer Markennamen vergeben ist, gibt es keinen Grund zur Besorgnis.
Viele Dienste wie z.B. Twitter respektieren die Markenrechte von Unternehmen und bieten unkomplizierte Formulare zur Wahrung Ihrer Rechte an.

2. Beobachten Sie zumindest sporadisch, was über Ihr Unternehmen geschrieben wird.
Eine ganze Reihe von kostenlosen Suchdiensten ermöglicht Ihnen, die Kommunikation zu Ihrer Marke im Blick zu behalten. Zum Beispiel bei http://search.twitter.com können Sie nicht nur aktuelle Tweets (Twitter-Nachrichten) nach Ihrem Markennamen durchsuchen, sondern sich die Suche auch als RSS Feed abonnieren und so immer auf dem Laufenden bleiben. Weitere Tools finden Sie z.B. [hier] und [hier](engl.)

Falls Sie einen umfassenden Überblick über die Kommunikation zu Ihrer Marke und Ihren Produkten wünschen, bieten wir Ihnen dazu eine umfassende Analyse an. Diese Untersuchung kann auch eine valide Basis für die Entscheidung sein, ob sich für Ihr Unternehmen künftig eine aktivere Rolle im Social Web lohnen könnte.

3. Falls Sie etwas entdecken, dass Ihrer Marke schaden könnte

Schlagen Sie nicht sofort den Rechtsweg ein. Das Netz bietet eine ganze Reihe an Beispielen, bei der diese Strategie für die Unternehmen einen nachteiligen Effekt zur Folge hatte. In den meisten Fällen lohnt es sich zuerst das persönliche Gespräch mit dem Verursacher zu suchen.

Fazit: Auch nicht Kommunizieren ist eine valide Strategie

Um es aber mit Paul Watzlawick zu sagen: Man kann nicht nicht kommunizieren.
Auch die strategische Entscheidung, sich als Marke (noch) nicht selbst in Social Media zu engagieren, kann richtig sein, hat aber bereits Auswirkungen auf ihre Wahrnehmung bei bestimmten Zielgruppen. In jedem Fall erscheint es aber ratsam, dafür zu sorgen, dass nicht irgendjemand die Stimme in Ihrem Namen erhebt.

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